CFD Trading und Hebelprodukte einfach erklärt! (auf Deutsch)


Gerade im Tradingbereich hört man sehr häufig von sogenannten CFDs. CFDs sind derivative Finanzprodukte, mit denen ihr auf Kursbewegungen setzen könnt, ohne dabei viel Kapital investieren zu müssen. Wir schauen uns an, was CFDs sind, werden uns auch ein Beispiel anschauen und gehen natürlich auch auf die Risiken beim Handeln mit CFDs ein. Hi, mein Name ist Thomas von “Finanzfluss”, und heute werden wir uns einmal auf Anfrage der Community das Finanzprodukt CFD anschauen. CFD steht im Englischen für Contract for Difference, was sich im Deutschen mit Differenzvertrag übersetzen lässt. Das Wort “Differenzvertrag” erklärt auch schon ein wenig, was ein CFD ist – nämlich ein Vertrag, den ihr mit einer Gegenpartei auf die Differenz eines Kurses abschließt. Das hört sich jetzt sehr abstrakt an, aber im Endeffekt ist ein CFD einer binären Option sehr ähnlich. Wie eine binäre Option funktioniert, haben wir euch ja bereits in diesem Video erklärt. Der Unterschied zur binären Option ist nur, dass es beim CFD eine sogenannte Nachschusspflicht geben kann und einen sogenannten Margin Call. Beide Faktoren hängen miteinander zusammen. Bevor ich aber auf den berühmten Margin Call bzw. die Nachschusspflicht eingehe, möchte ich noch einmal kurz erklären, was ein CFD ist. Ein CFD ist ist wie eine Option, ein Future, ein Forward, ein Swap auch ein Finanzderivat. Es bezieht sich also auf einen Basiswert, dass sogenannte Underlying. Mit dem Kauf eines CFDs schließt ihr einen Vertrag mit eurem Broker – eurer Gegenpartei – auf einen bestimmten Kurs ab. Ihr könnt z. B. ein CFD auf verschiedene Aktienkurse, auf Rohstoffkurse oder z. B. auf Währungspaare setzen. Hierzu werden die Basiswerte, wie z. B. Aktien, nicht gekauft, sondern ihr schließt mit eurer Gegenpartei, eurem Broker, einfach nur die Vereinbarung, dass die Kursdifferenz ausgeschüttet wird. Steigt der Kurs, bezahlt euch der Broker Geld, fällt der Kurs, schuldet ihr dem Broker Geld. Aber auch die umgekehrte Variante ist möglich. In diesem Fall würdet ihr Geld erhalten, wenn der Kurs fällt und müsstet Geld bezahlen, wenn der Kurs steigt. CFDs sind nicht börsengehandelt, sondern werden direkt mit dem Broker gestellt, sind also OTC – over the counter. Was ein CFD zu einem interessanten, aber gleichzeitig auch hoch riskanten Finanzprodukt macht, ist der sogenannte Hebel. Wenn ihr euch dazu entscheidet, ein CFD auf einen Basiswert zu kaufen, werdet ihr nur einen kleinen Anteil selbst bezahlen und den Rest wird euch der Broker zur Verfügung stellen. Dieses Geld ist Fremdkapital, also Schulden. Das von euch zur Verfügung gestellte Kapital ist die sogenannte Security Margin bzw. einfach kurz Margin. Je nachdem, mit welcher Margin ihr handelt, habt ihr einen höheren oder einen niedrigeren Hebel. Was bedeutet das jetzt konkret mit dem Hebel? Nehmen wir einmal an, ihr würdet gerne 1000,00 € in CFDs investieren, z. B. ein CFD auf die Aktie X. Nehmen wir weiterhin an, dass ihr mit einer Margin von 1 % handeln wollt, was schon sehr niedrig ist. In diesem Fall habt ihr einen Hebel von 100. Die 1000,00 €, die ihr nun investiert, werden nun mit dem Hebel multipliziert, also mal 100, und somit kommt ihr auf eine Positionsgröße von 100.000,00 €. Mit 1000,00 € Investition in ein CFD auf die Aktie X habt ihr nun eine Positionsgröße, als ob ihr die Aktie X selbst mit 100.000,00 € gekauft hättet. Es ist natürlich auch möglich, mit einer niedrigeren Margin zu handeln. Ihr könntet z. B. eine Margin von 5 % hinterlegen und hättet dann einen Hebel von 20. Das bedeutet, aus euren 1000,00 € investiertem Kapital hättet ihr eine Positionsgröße von 20.000,00 €. Ihr habt also mit 1000,00 € Investment dieselbe Position, als hättet ihr für 20.000,00 € gekauft. Um das besser zu verstehen, nutzen wir doch mal ein Beispiel und rechnen uns das einmal mit einem CFD auf die Aktie X durch. Gehen wir in diesem Beispiel einmal davon aus, dass ihr von eurem Broker eine Security Margin für ein CFD auf die Aktie X von 3 % bekommt. Ihr könnt dann z. B. 300,00 € investieren. Diese 300,00 €, die ihr in das CFD auf Aktie X investiert habt, sind genauso viel wert, als hättet ihr 10.000,00 € direkt in Aktie X investiert. Die Positionen sind also gleich. Aufgrund der 3 % Margin, die euer Broker euch stellt, handelt ihr nun mit einem Hebel von 33,33. Gehen wir einmal davon aus, dass der Aktienkurs von Aktie X jetzt 3 % steigt. Dann habt ihr mit eurem Portfolio von 10.000,00 € in Aktie X 3 % Gewinn gemacht, euer Portfolio ist nun also 10.300,00 € wert. Genau denselben Gewinn werdet ihr auch mit dem CFD machen. Ihr werdet genau 300,00 € gewinnen. Da ihr aber nur 300,00 € investiert habt, plus die 300,00 € Kursgewinn, seid ihr bereits bei 600,00 € Portfoliowert, ihr habt also 100 % Gewinn gemacht und damit verdoppelt. Vergleichen wir nun diese Zahlen: 100 % beim CFD und 3 % bei der Aktie, sehen wir direkt die Hebelwirkung. Wir mussten deutlich weniger Kapital investieren, um einen ebenso hohen Gewinn und sogar eine deutlich höhere Rendite zu erzielen. Wie sieht das Ganze aber jetzt aus, wenn der Aktienkurs z. B. 3 % fällt? In diesem Fall würde euer Aktienportfolio von Aktie X von 10.000,00 € auf 9700,00 € fallen, ihr hättet 3 % Verlust gemacht. Der CFD würde ebenfalls um 300,00 € fallen, da er sich ja genau wie dieses Portfolio von Aktie X verhält. Wie ihr jetzt sicherlich unschwer erkennen könnt, habt ihr einen Totalverlust gemacht. Die komplette Margin von 300,00 € sind weg. Und hier kommt das große Risiko des CFDs ins Spiel. Sollte die Aktie mehr als 3 % verlieren, ist nicht nur eure gesamte Margin weg, sondern ihr schuldet eurer Gegenpartei sogar noch Geld. In diesem Fall kommt es dann zum sogenannten Margin Call. Das heißt, die Bank wird euch auffordern, eure Margin, also eure Sicherheitsleistung aufzustocken, da die vorherige Sicherheitsleistung von 300,00 € verbraucht ist. Ihr kommt dann in die Nachschusspflicht. Das Risiko eines CFDs ist es also nicht nur, dass ihr alles verliert, sondern dass ihr theoretisch unendliche Schulden damit aufbauen könnt. Ihr seht also, dass CFDs eine wunderbare Möglichkeit sind, um Geld zu verdienen, aber auch eine hervorragende Möglichkeit, um viel Geld schnell zu verbrennen. Wenn ihr jetzt das Prinzip von Margin und dem Margin Call verstanden habt, werdet ihr auch den gleichnamigen Film, nämlich “Margin Call”, auch besser verstehen können. In diesem Film geht es nämlich genau darum, dass ein Analyst herausgefunden hat, dass die Risikoposition der Bank so enorm ist, dass in einem gewissen Verlust – ich glaube, es waren 23 oder 25 % – an einem bestimmten Markt die Bank pleitegehen würde, weil die Security Margin überschritten wird und die Bank unterkapitalisiert wäre, also peitegehen würde. Ich finde diesen Film einen der besten Wall-Street-Filme überhaupt, kann ihn euch nur empfehlen, wenn ihr ihn noch nicht gesehen habt, schaut mal unten in die Beschreibung, da hab ich euch einen Link zu dem Film gepackt. Abschließend lässt sich zum Thema CFDs nur sagen, dass es eine Möglichkeit ist, in das Trading einzusteigen, mit relativ wenig Kapital, hohe Geldsummen zu bewegen, auf der anderen Seite ist es ein großes Risiko. Ich persönlich investiere langfristig und automatisiert in ein passives Portfolio mithilfe von ETFs – wenn ihr mehr dazu wissen wollt, haben wir euch hier mal einen Kurs zusammengestellt, wo wir euch zeigen, wie ihr euch ein passives Portfolio aufbaut. Wenn wir euch für das Thema begeistern können, dann haben abonniert doch unseren Kanal, und gebt uns einen Daumen hoch, wenn euch das Video gefallen hat. Außerdem beantworten wir auch immer gern eure Fragen und Ergänzungen in den Kommentaren. Jede Woche laden wir neue Videos hoch zu den Themen Finanzprodukte, Geldanlage und Anlagestrategie, um dir die Welt der Finanzen verständlicher zu machen. Wir wollen dir helfen, deine Finanzen selbst im Griff zu haben und unabhängig von Beratern Entscheidungen treffen zu können. Jede Woche laden wir neue Videos hoch, abonnier uns, um immer dabei zu sein, und folg uns auf Facebook.

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